Der Äther

Damit sich einer Wasserwelle ausbreiten kann benötigt sie Wasser oder eine andere Flüssigkeit. Eine Schallwelle ist flexibler. Sie kann sich in Gasen, Flüssigkeiten und in Festkörper ausbreiten. Ohne Materie gibt er weder die Wasserwellen noch die Schallwellen. Anders sieht es bei den elektromagnetischen Wellen aus (z.B. Licht). Sie können sich auch durch das Vakuum bewegen. Aber was schwingt in einem Vakuum?
Das ist das schwer zu verstehen. Wellen benötigen etwas, das schwinget. Es handelt sich schliesslich um Wellen. Also wurde der Begriff Äther definiert. Es ist das Medium, das durch elektromagnetische Wellen zu schwingen gebracht wird und diese überträgt. Im Gegensatz zu Luft und Wasser besteht dieser Äther nicht aus Atomen, denn davon gibt es im Weltraum nur sehr wenige. Es handelt sich um ein elektromagnetisches Feld, das keine Materie benötigt und trotzdem existieren muss.

Viele Eigenschaften der elektromagnetischen Wellen lässt sich mit diesem Äther gut erklären, aber nicht alle. Der Versuch diesen Äther mit dem Michelson-Morley-Experiment (1887) nachzuweisen schlug fehl, wenn man nicht einen mitgeführten Äther postuliert. Das Experiment erweckt dem Anschein, als würde die Erde gegenüber diesem Äther stillstehen. Die Erde bewegt sich aber mit ca. 220km/s um das galaktische Zentrum, um ein riesiges schwarzes Loch, um "Sagittarius a*". Somit muss sich entweder dieser Äther mitbewegen oder man findet eine andere Erklärung. Genau daraus hat Einstein seine Spezielle Relativitätstheorie hergeleitet. Die Theorie entstand ausfolgenden Beobachtungen:
Die Lichtgeschwindigkeit orientiert sich nicht an der Materie. Sie behindert das Licht nur. Das zeigt sich aus dem Fizeau Experiment auf eindrückliche Art:

Licht ist in Wasser nicht so schnell wie im Vakuum. Wird Wasser in Bewegung gesetzt, das von Licht durchdrungen wird, so erwartet man, dass sich die Wassergeschwindigkeit und die Lichtgeschwindigkeit im Wasser addieren. Das gemessene Resultat ist grösser als die Einzelbewegungen aber kleiner als die Summe daraus. Daraus kann man schliessen, dass Wasser das Licht nur behindert. Einstein schloss daraus, dass Licht unabhängig von der Bewegung vom Beobachter und der Lichtquelle nie schneller als die Vakuumlichtgeschwindigkeit ist. Wird das Wasser immer schneller, so nimmt die Gesamtgeschwindigkeit zu. Die Zunahme wird immer kleiner und erreicht nach Einstein maximal die Vakuumlichtgeschwindigkeit. Dann gibt es keine Zunahme mehr. Leider kann man das Wasser, aus technischen Gründen, nicht so schnell fliessen lassen, dass dies bewiesen werden könnte. Im messbaren Bereich stimmen die Resultate mit der Relativitätstheorie überein. Die Theorie hat er auf der Grundlage vom Michelson-Morley-Experiment hergeleitet und das Fizeau Experiment benutzt, um die Theorie zu belegen. Mit der Einführung der Speziellen Relativitätstheorie wurde aus Sicht von Einstein der Äther nicht mehr gebraucht.

Das sehe ich ein wenig anders. Mir ist es gelungen die Theorie selber herzuleiten. Ich habe identische Resultate erhalten. Dieselbe Formel für die Zeitdilatation und für die Massstabverkürzung. Somit wusste ich, dass ich die Theorie verstanden habe. Daraus habe ich folgende Kenntnisse gewonnen:

Warum das Michelson-Morley-Experiment ein null Resultat liefert, wird mit der Lorenzkontraktion erklärt. Die Lorenzkontraktion, auch bekannt als Massstabverkürzung, löst das Problem, das sie lösen sollte, nur scheinbar. Die Lösung führt zu Widersprüchen, weil sie richtungsabhängige Überlichtgeschwindigkeit fordert, was der Theorie selbst widerspricht! Das hat mich zur Überzeugung geführt, dass die Theorie des mitgeführten Äthers die Tatsache besser wiedergibt als dies Lorenzkontraktion.
Anders sehe ich das mit der Zeitdilatation. Je schneller man sich bewegt, desto langsamer vergeht die Zeit. Dafür gibt es direkte Beweise. Myonen dienen als klassischer Beweis für die Spezielle Relativitätstheorie (SRT), da ihre lange Reise von der oberen Atmosphäre zur Erdoberfläche nur durch die Zeitdilatation erklärt werden kann: Obwohl ihre Ruhe-Lebensdauer extrem kurz (ca. 2,2 µs) ist, „erleben“ sie durch ihre nahezu Lichtgeschwindigkeit eine verlängerte Lebensdauer, sodass viele von ihnen die Erde erreichen können, was im klassischen Sinne unmöglich wäre und die SRT-Vorhersagen bestätigt.